Es herrscht ein großer Förderbedarf

Mittel reichten nur für drei neue Projekte

Auf der Sitzung vom 29. November stand das Beschlussgremium der LEADER Aktionsgruppe Südschwarzwald vor einer schweren Aufgabe: es waren elf Projektanträge fristgerecht eingegangen, die für einen EU-Mittelbedarf von über 688.000 Euro standen. Nur 175.000 Euro standen aber zur Verfügung. Auch das Bepunktungsverfahren, bei dem anhand objektiv nachprüfbarer Kriterien Punkte vergeben werden, half nur begrenzt: "Die meisten der Projekte sind von sehr guter Qualität und hätten eine Förderung mehr als verdient", so der Vorsitzende der Aktionsgruppe, der Waldshuter Landrat Dr. Martin Kistler. Nur für die drei bestbewerteten Projekte reichte es aber schließlich, die übrigen gehen zunächst leer aus.

Da dies kein befriedigender Zustand ist, möchte das Gremium den nicht zum Zug gekommenen Projekten eine zweite Chance eröffnen. Zum einen dadurch, dass viel früher als üblich eine Folgesitzung anberaumt wird. Statt mit sechs Monaten Abstand folgt diese nun schon in etwa drei Monaten im März 2019. Die meisten der Projekte können so lange noch warten. Zum anderen wird zur Märzsitzung ein tiefer Griff in die Geldkiste gewagt: über 400.000 Euro EU-Mittel stehen dann zur Verfügung. Dann bleiben zwar weniger Mittel für den Rest der Förderphase übrig, die Mitglieder waren sich jedoch einig, dass der Zeitpunkt ein günstiger ist: der guten Projekte wegen und um möglicherweise gegenüber der LEADER Verwaltungsbehörde Mittelbedarf nachweisen zu können, falls es noch einen Nachschlag gibt.

Die Antragsteller, die sich bereits jetzt über einen positiven Beschluss freuen können, sind:

  • Die Stadt St. Blasien, die eine Erweiterung an den bestehenden Landschaftspflegestall realisieren möchte, um zusammen mit Landwirten noch mehr Ziegen unterbringen zu können. Diese wiederum werden ökologisch hochwertige Allmendflächen der Stadt beweiden und pflegen;
  • der Verein Schule Birklehof e.V. in Breitnau. Ihm gehört der vermutlich drittälteste Schwarzwaldhof (Baujahr 1550), der natürlich denkmalgeschützt ist und derzeit leer steht. In der Stube und der Rauchküche soll in Zusammenarbeit mit dem Künstler Martin Wangler ein kleines, aber feines und innovatives Kulturprogramm auf die Beine gestellt werden;
  • die Gemeinde Oberried für die Schaffung eines kommunal/bürgerschaftlichen Service-Stützpunktes für Daseinsvorsorge in Zusammenarbeit mit dem Verein Bürgergemeinschaft Oberried e.V. Der Service-Stützpunkt entsteht im Zug der Neubebauung des Ursulinenhofs mit Genossenschaftswohnungen, Pflegeeinrichtungen und Sozialwohnungen und wird Dienstleistungen für alle Dorfbewohner anbieten.

Auf der Sitzung wurden auch der Vorsitz und dessen Stellvertretung turnusgemäß neu gewählt. Doch aufgrund der angeregten Diskussionen rund um die Projektanträge geriet dieser Punkt fast in den Hintergrund. Erwartungsgemäß wurden sowohl der Vorsitzende als auch seine Stellvertretung, die Fröhnder Bürgermeisterin Tanja Steinebrunner einstimmig im Amt bestätigt.