Der Film klärt zuerst darüber auf, was LEADER eigentlich ist. Die meisten Menschen auf der Straße können mit diesem Begriff nichts Konkretes anfangen und bringen ihn mit dem englischen Wort für "Führer" oder mit Singen in Verbindung. Doch mit all dem hat LEADER nichts zu tun. LEADER ist vielmehr ein Programm der Europäischen Union, mit dessen Hilfe die Entwicklung ländlicher strukturschwacher Regionen gefördert wird. Der Name "LEADER" leitet sich ab aus den Anfangsbuchstaben der französischen Definition dieses Programms "Liaison entre actions de développement de l'économie rurale". Konkret heißt das: LEADER fördert neuartige, innovative Projekte, die sicherstellen sollen, dass die Menschen aus den ländlichen Gebieten nicht in die Städte abwandern. Damit leistet LEADER einen Beitrag zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit des ländlichen Raums.
Im Film wird dann gefragt, in welchen ländlichen Gebieten es eine LEADER-Förderung überhaupt gibt. Dies ist nämlich nicht überall der Fall, sondern nur in eigens ausgewiesenen LEADER-Gebieten. In ganz Europa gibt es rund 1500 davon, acht in Baden-Württemberg. Das LEADER-Gebiet Südschwarzwald erstreckt sich vom Raum Emmendingen im Norden bis kurz vor Waldshut-Tiengen im Süden. Es umfasst 55 Gemeinden mit rund 150 000 Einwohnern.
Anschließend beantwortet der Film die Frage, wie hoch die Förderung durch LEADER ist und wer LEADER-Mittel beantragen kann. Die Förderung durch LEADER liegt zwischen 20% und maximal 75% für so genannte "Leitprojekte". Der Rest der Mittel ist vom Antragsteller aufzubringen. Solche können sein: Privatleute, Firmen, Vereine oder Gemeinden. Letztere erhalten den höchsten Fördersatz.
Schließlich wird im Film gefragt: Was kann gefördert werden? Gefördert werden können grundsätzlich Projekte, die der Natur, den Menschen oder der Wirtschaft des LEADER-Gebietes Südschwarzwald zu gute kommen. Der Flim stellt nun als Beispiele drei ganz unterschiedliche Projekte vor, die in der Vergangenheit erfolgreich durch LEADER gefördert wurden.
Zunächst erzählt Achim Laber von seinem spannenden Beruf als Feldbergranger, der das älteste und höchstgelegene Naturschutzgebiet Baden-Württembergs auf dem 1493 Meter hohen Feldberg betreut und jedes Jahr eine sehr große Zahl Erwachsener und Kinder durch dieses Gebiet führt.
Da eine persönliche Betreuung und Führung für alle Besucher durch den Feldbergranger nicht möglich ist, wurde der "Hosentaschenranger" entwickelt. Mit seiner Hilfe kann Felbergranger Laber in jeder Hosentasche mitgeführt werden und auf diese Weise die Besonderheiten des Naturschutzgebietes am Feldberg erklären. Dies geschieht in Gestalt eines Gerätes, das man an der Infotheke im Haus der Natur auf dem Feldberg ausleihen kann. Das Gerät hat Satellitenempfang und klärt so über den exakten Weg auf, so dass man sich mit seiner Hilfe nicht verlaufen kann. Vor allem aber erläutert es mit kurzen Videoclips, die auf seinem Display abgespielt werden, die Besonderheiten am Wegesrand.
LEADER hat die Einführung dieses Gerätes auf dem Feldberg gefördert, da es eine Innovation für den Tourismus dieser Region darstellt und damit letztlich die Region stärkt.
Im ausgehenden 17. Jahrhundert wurde eine gewaltige Befestigungslinie am Westrand des Schwarzwaldes errichtet. Ihr Ziel sollte es sein, ein Vordringen französischer Truppen über den Rhein zu verhindern. Ihr Erbauer, Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden, genannt "Türkenlouis", ließ an ausgewählten Stellen Schanzen anlegen, in denen Truppen konzentriert werden konnten. Mit den Jahrhunderten wurden diese Schanzen abgetragen oder überwucherten.
In mehrjähriger Planung und Umsetzung rekonstruierte die AG "Minifossi" der Friedrich-Ebert-Schule in Schopfheim unter der Leitung von Werner Störk oberhalb von Gersbach eine Sechseckschanze aus dem Verteidigungssystem der Türkenlouis und deckte damit auf eindrückliche Weise ein vergessenes Kapitel der regionalen Kulturgeschichte auf. Die originalgetreu wiederhergestellte Schanze bietet Platz für unterschiedliche Veranstaltungen und ist eingebettet in ein umfassendes Konzept der Pflege des kulturellen Erbes des Dorfes Gersbach. Sein Ziel ist es, auf diese Weise die Identität des Dorfes zu stärken und seine touristische Infrastruktur sinnvoll aufzuwerten. So kann ein Beitrag für die Zukunftsfähigkeit von Gersbach geleistet werden. Daher förderte LEADER die Rekonstruktion der Gersbacher Barockschanze als Leitprojekt mit 70%.
Im Juli 1998 wurde mit Unterstützung von LEADER der Bauernmarkt Höchenschwand an der Bundesstraße 500 nach Waldshut eröffnet. Sein reichhaltiges Angebot reicht von frischgebackenem Brot, Gemüse und Obst über Käse, Fleisch- und Wurstwaren, Milchprodukten, Honig und Marmelade bis hin zu Getränken und Haushaltswaren. Der größte Teil der Waren in den Regalen und Auslagen des Bauernmarktes, erklärt Geschäftsführer Rolf Grundler, stammt direkt von der Erzeugerbauern der Umgebung. Ohne den sonst üblichen Zwischenhandel vergrößert der Bauernmarkt auf diese Weise die Gewinnspanne für die Landwirte und erhält zugleich den angeschlossenen Genossenschaftsmarkt mit seinem Sortiment an Betriebsmitteln am Leben.
Auf der anderen Seite können die Kunden des Bauernmarktes sicher sein, dass sie hier hochwertige Produkte frisch aus der Region erhalten. So setzt der Bauernmarkt dem anonymen Discounter-Einkauf ein qualitätvolles und persönliches Einkaufserlebnis entgegen, bei dem sich Produzenten und Verbraucher wieder näher kommen. Das Konzept des Bauernmarktes hat einen besonderen Beitrag zur Stärkung der Region geliefert und wurde mit 20% der Gesamtkosten durch LEADER gefördert.